Biographic information on Michael Poeschke
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Extracted text
OCR Page 1 of 4Name: Foesenke. lichael
Geb.Dat.: 27.3.01
Geb.Crt: Erlangen-Staat Bayern
Nohnort: zuletzt Gleiwitz/Oberschlesien, Schnellstr. 2o
kinftig: Eralangen, Nürnbergerstr. 64 (bei Taubald)
Beruf: suletzt Versich.Oberinspektor ab 1934
vorher: Redakteur von 1924-1933
Fam.Stand: verwitwt, ohne Kinder
Religion: katholisch
1) Meine politishhe Betätigung vor 1933
Im Jahre 1916 bin ich bereits der Sozialistischen Arbeiter Jugend
bewegung in meiner Heimatstadt Erlangen beigetreten, deren Führer
ich 1919-1923 war. In jener Zeit war ich auch im Vorstand der Soz.
Arb.Jgd. des Bezirks Franken, in welcher Eigenschaft ich in Jugend-
versammlungen und Jugendkundgebenungen als Redner hervorgetreten bin
1919 bin ich, 18 jährig, der Sozialdemokratischen Partei Deuts
lands beigetreten.In jenen Jahren der Gärung und des Aufkommens ra-
dikalster Bestrebungen von links und rechts in Bayern fühlte ich mic
hingezogen, hnadelnd in das wogende politische Zeitgeschehan einzu-
|greifen.So folgte ich in den Apriltagen 1919 einem Aufruf der Sozia-
listischen Regierung in Bayern zum bewaffneten Eampf gegen die Spar-
takisten, die in München diets Räterepublik ausgerufen und damit die
Axt anti den demokratischer Staat gelegt hatten. Lie Spartakusbewegun
mit ihrer Misswirtschaft hatte denn tatsächlich wesentlichen Anlass
gegebenm, dass sich die reaktionären Kreise in Bayern in die ver-
schiedensten, sogenannten "Nationalen Kampfverbände" zusammenschlos-
sen mit dem Ziel: Beseitigung der demokratischen Republik und des
Freistaates Bayern und Ersetzung durch eine völkische Diktatur.
Nach überwindung des Spartakismus in München trat ich im Juni
1919 wieder in meinen Zivilberuf zurück. Die Rechtsverbände wurden
in Bayern unter Duldung der Day .Volksparteiregierung immer aktiver
und stärker bis es 1923 zum Hitlerputsch in München kam, der den
Reggerungskreisen endlich die Augen für die Gefahren öffnete, nach-
dem man bis zu jenem Zeitpunkt uns Sozialisten ziemlich allein
liess im Kampf gegen die Reaktion. Von 1919-23 trat ich bereits in
gegnerischen Versammlungen als Diskussionsredner hervor und focht
dabei manch harten und gefährlichen Strauss mit den Gegnerhaus.
Ich war auch damals im Soz.Ordungsdienst, einer Binrichtung unserer
Partei zur Abwehr gewaltsamer Angriffe, die sich häufig gegen
uns richteten.
Der Ablauf des Hitlerputsches 1923, die reklamenhafte, thea-
tralische Art wie der folgende Hochverratsprozess gegen Hitler
und seine Trabanten geführt, wurde, schliesslich das milde Urteil,
der lendenlahme Strafvollzug in Landsberg, sowie die baldige Begna-
digung und Haftentlassung der Hochverräter durch die Bay.Vollpartei-
regierung, all das hatte zur Folge, dass die Nazi bald von Neuem unt
stützt von kapitalkräfigen GWönnern, nach Vereinigung mit anderen
rechtsstehenden Kampfverbenden, angetan mit dem Glorienschein
von "Märtyrern" in die Arena des politischen Hampfes steigen konn-
ten.
Die Inflation 1923, die Arbeitslosigkeit, die Reparations-
verpflichtungen u.a.m, sc.ufen für die Nazi jenen für sie frucht-
baren Boden, auf dem Wilde, mit allen Leidenschaften entfesselte,
völlig hemmung:lose laziagitation blüher und gedeihen konnte.In
mörderischan Kampf standen wir Soziatemokreten in Bayern in vorder-
ster Front.
In meiner Heimat hatten die Nazi in der verblendeten, ta-
tenlustigen, studentischen Jugend und bei vielen "ozenten der Uni-
versität
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