Ask the Scholar
Page 3 of 3
I can add historical knowledge about this page.
Page image
OCR
-3-
im und vom Volk abgelehnt zu werden. In Zeiten grosser vaterländiseher
Not hat auch der einfache Mensch im Unterbewusstsein das-wapfinden
ein
feines nationales Empfinden. Es sit gut dies zu berücksichtigen.
Meine mibgefangenen Kameraden sind im Augenblick für zukunft-
weisende politische Ideen schwer zu gewinnen. Ihr ganzes Denken ist im
Wesentlichen auf das augenblickliche eigene und das Schicksal ihrer
Familien gerichtet, von denen sie teilweise schon viele Monate ohne
jegliche Nahricht sind.
6)
Eine geheime Nazi-Bewegung oder lienschen, die heute den Nazis noch
Verständnis, "ohlwollen oder gar Unterstützüng entgegen bringen wür-
den, kenne ich nicht. Im Gegenteil herrscht lebhafteste "rbitterung,
weil jeder an den Tatsachen erkenntm, dass am Unglück unserer Zeit und
im besonderen am Los der deutschen Kriegsgefangenen einzig und aus-
schliesslich dée Nazi schuld sind.
Wie sehr ich seelisch selbst niedergedrückt bin kann wohl uner-
örtert
bleiben. Es ist mehr als shhr schmerzlich, wenn man ein ganzes
Jahrzehnt im aktivsten Kampf gegen die Nazi stand, 2mal im Konzentra-
tionslager Dachau 1 Jahr Leiden erlebte, wenn man seit 1934 aus der
Heimat verbannt war und in dieser Zeit die Ehefrau, meine tapfere
Kampfgefährtin infolge Herzleidens, verlor und wenn man nun als Opfer
der wir zutiefst verhassten Nazipolitik in der Armee der Kriegsgefang
genen steht.
Frankreich und seine Bürger geniessen inder Welt den unbestreit-
baren Ruhm, als altes Kulturvolk durch die Jahrhunderte hindurch die
Fahne der Freiheit und Menschlichkeit hochgehalter zu haben. Es sei
mir daher erlaubt, die Hoffnung aussprechen zu dürfen, dass man mir
in absehbarer Zeit meine persönliche Freiheit zurückgiut, damit ich
in meiner Heimat aufs Neue meine Kraft zum Aufbau einsetzen kann.
Document source description
This item contains the report, "Hauptfragen für Bayerische Unertanen."
Page data
- Page
- 3
- Source index
- 0
- Type
- photo
- Media ID
- b61c702c384b582b
- Size
- unknown
Document data
- ID
- 192649
- Core
- doc
- Type
- document
DTO data
{
"id": "192649",
"sourceUrl": "https://catalog.archives.gov/id/192649",
"contentType": "document",
"title": "Report on Hauptfragen für Bayerische Unertanen",
"description": "This item contains the report, \"Hauptfragen für Bayerische Unertanen.\"",
"citationUrl": "https://catalog.archives.gov/id/192649",
"collections": [
"Samuel H. Beer Personal Papers",
"Files Related to U.S. Military-Government in Occupied Germany"
],
"subjects": [
"Germany",
"Reports",
"World War, 1939-1945"
],
"iiifBase": "https://s3.amazonaws.com/NARAprodstorage/opastorage/live/49/1926/192649/content/arcmedia/media/images/33/16/33-1509a.jpg",
"thumbnailUrl": "https://s3.amazonaws.com/NARAprodstorage/opastorage/live/49/1926/192649/content/arcmedia/media/images/33/16/33-1509a.jpg",
"largeImageUrl": "https://s3.amazonaws.com/NARAprodstorage/opastorage/live/49/1926/192649/content/arcmedia/media/images/33/16/33-1509a.jpg",
"imageCount": 3,
"hasImages": true,
"source": "import",
"hasTranscription": false
}
Context sent to Scholar
Document identity
{
"localId": "192649",
"label": "Report on Hauptfragen für Bayerische Unertanen",
"core": "doc",
"dtoType": "document",
"citationUrl": "https://catalog.archives.gov/id/192649"
}
Document source metadata
{
"id": "192649",
"sourceUrl": "https://catalog.archives.gov/id/192649",
"contentType": "document",
"title": "Report on Hauptfragen für Bayerische Unertanen",
"description": "This item contains the report, \"Hauptfragen für Bayerische Unertanen.\"",
"citationUrl": "https://catalog.archives.gov/id/192649",
"collections": [
"Samuel H. Beer Personal Papers",
"Files Related to U.S. Military-Government in Occupied Germany"
],
"subjects": [
"Germany",
"Reports",
"World War, 1939-1945"
],
"iiifBase": "https://s3.amazonaws.com/NARAprodstorage/opastorage/live/49/1926/192649/content/arcmedia/media/images/33/16/33-1509a.jpg",
"thumbnailUrl": "https://s3.amazonaws.com/NARAprodstorage/opastorage/live/49/1926/192649/content/arcmedia/media/images/33/16/33-1509a.jpg",
"largeImageUrl": "https://s3.amazonaws.com/NARAprodstorage/opastorage/live/49/1926/192649/content/arcmedia/media/images/33/16/33-1509a.jpg",
"imageCount": 3,
"hasImages": true,
"source": "import",
"hasTranscription": false
}
Document source extras
{
"url": "https://catalog.archives.gov/id/192649",
"naId": 192649,
"languages": [
"German"
],
"levelOfDescription": "item",
"productionDates": [
{
"logicalDate": "1945-01-01",
"year": 1945
}
],
"recordType": "description",
"ocrSource": "nara-archive"
}
Page context
{
"seq": 3,
"pageIndex": 0,
"type": "photo",
"url": "https://s3.amazonaws.com/NARAprodstorage/opastorage/live/49/1926/192649/content/arcmedia/media/images/33/16/33-1511a.jpg",
"mediaId": "b61c702c384b582b",
"ocrText": "-3-\nim und vom Volk abgelehnt zu werden. In Zeiten grosser vaterländiseher\nNot hat auch der einfache Mensch im Unterbewusstsein das-wapfinden\nein\nfeines nationales Empfinden. Es sit gut dies zu berücksichtigen.\nMeine mibgefangenen Kameraden sind im Augenblick für zukunft-\nweisende politische Ideen schwer zu gewinnen. Ihr ganzes Denken ist im\nWesentlichen auf das augenblickliche eigene und das Schicksal ihrer\nFamilien gerichtet, von denen sie teilweise schon viele Monate ohne\njegliche Nahricht sind.\n6)\nEine geheime Nazi-Bewegung oder lienschen, die heute den Nazis noch\nVerständnis, \"ohlwollen oder gar Unterstützüng entgegen bringen wür-\nden, kenne ich nicht. Im Gegenteil herrscht lebhafteste \"rbitterung,\nweil jeder an den Tatsachen erkenntm, dass am Unglück unserer Zeit und\nim besonderen am Los der deutschen Kriegsgefangenen einzig und aus-\nschliesslich dée Nazi schuld sind.\nWie sehr ich seelisch selbst niedergedrückt bin kann wohl uner-\nörtert\nbleiben. Es ist mehr als shhr schmerzlich, wenn man ein ganzes\nJahrzehnt im aktivsten Kampf gegen die Nazi stand, 2mal im Konzentra-\ntionslager Dachau 1 Jahr Leiden erlebte, wenn man seit 1934 aus der\nHeimat verbannt war und in dieser Zeit die Ehefrau, meine tapfere\nKampfgefährtin infolge Herzleidens, verlor und wenn man nun als Opfer\nder wir zutiefst verhassten Nazipolitik in der Armee der Kriegsgefang\ngenen steht.\nFrankreich und seine Bürger geniessen inder Welt den unbestreit-\nbaren Ruhm, als altes Kulturvolk durch die Jahrhunderte hindurch die\nFahne der Freiheit und Menschlichkeit hochgehalter zu haben. Es sei\nmir daher erlaubt, die Hoffnung aussprechen zu dürfen, dass man mir\nin absehbarer Zeit meine persönliche Freiheit zurückgiut, damit ich\nin meiner Heimat aufs Neue meine Kraft zum Aufbau einsetzen kann."
}